Planetare Grenzen 7/9: Stoffkreisläufe mit Prof. Dr. Harald Grethe

Unsere gesamte Landfläche auf der Erde beträgt ca 149Millionen qkm. Sie ist endlich und ein Geschenk für uns Menschen.

Stoffkreisläufe des Lebens

Der 08. Juni 1911 sollte in die Weltgeschichte eingehen.

Das Kaiserliche Patentamt in Berlin gewährte dem Ingenieur Fritz Haber Patentschutz für ein “Verfahren zur synthetischen Darstellung von Ammoniak aus den Elementen”. Das Patent auf das Haber-Bosch-Verfahren wurde verwertbar.

Die Planetare Grenze Stoffkreisläufe unterscheidet zwischen Stickstoff und Phosphor:

🌱 Phosphor wird gebunden als Phosphat in den Kreislauf gebracht. Natürlich kommt es ua. in Pflanzenrückständen, Sedimenten, Mineralien vor.

🫧 Stickstoff ist im Überfluss in unserer Luft (ca. 78%), für Pflanzen war Stickstoff lange sehr schwer verwertbar.

Beide Stoffe sind wichtige Bausteine von Proteinen und biologischem Erbgut. Ohne sie kein Leben. Haber-Bosch machte Stickstoff plötzlich für viele Pflanzen verwertbar, der Mineraldünger war geboren. BASF übernahm besagtes Patent mit der Nr. 235.421 und startete mit der industriellen Produktion in weltweiten Maßstab.Die Grundlage für die industrielle Landwirtschaft wurde geschaffen.

Die landwirtschaftlichen Erträge stiegen überall.

Das unglaubliche Wachstum der Weltbevölkerung im 20. Jahrhundert wurde damit möglich.

Heute wird die Hälfte der Menschheit indirekt durch künstlich hergestellten Stickstoffdünger ernährt.

Nicht ohne Folgen:

Die Kreisläufe wieder ins Gleichgewicht zu bekommen, auf einem Planeten unter Menschenvolllast ist eine Herkulesaufgabe.

Ein paar Lösungspunkte:

In diesem BAM! Bock auf Morgen Podcast hatten wir einen Infotauchgang mit Prof. Dr. Harald Grethe von der HU Berlin. Krass, wie gut er die Lösungen zur Behebung dieser Grenzüberschreitung kennt.

Wir brauchen neue starke Narrative für die Behebung unser ökologischen Schadwirkung. Und neue starke Patente natürlich auch.

#planetaregrenzen#marketingforfuture

Quellen:

Transkription

Planetare Grenzen: Stickstoff und Phosphor

Willkommen zur neuen Podcast-Reihe "BAM! Bock auf Morgen", in der wir die drängenden Themen der Planetaren Grenzen erforschen und vertiefen. In der siebten Folge dieser fesselnden Serie, moderiert von Frank Schlieder, beleuchten wir die Schlüsselrolle von Stickstoff und Phosphor im globalen Ökosystem.

Stickstoff und Phosphor sind unverzichtbare Nährstoffe für Pflanzen und haben eine tiefgreifende Wirkung auf die Erde. In nur einem Jahrhundert haben wir Menschen durch die Landwirtschaft den jahrtausendealten natürlichen Kreislauf dieser Elemente gestört.

Professor Dr. Harald Grete, Experte in Agrarökonomie, erklärt in dieser Podcast-Episode, wie die Landwirtschaft und ihre Auswirkungen auf den Stickstoff- und Phosphorkreislauf unsere Planetaren Grenzen überschreiten. Diese Auswirkungen sind weitreichend und reichen von Treibhausgasemissionen bis hin zur Gefährdung der Biodiversität.

Die Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Störung dieser Kreisläufe. Die weltweite Landnutzung ist enorm, und unsere Anbaumethoden setzen große Mengen an reaktivem Stickstoff und löslichem Phosphor in die Umwelt frei.

Die lang unterschätzten Folgen dieser Umweltauswirkungen sind heute offensichtlicher denn je. Die dringende Notwendigkeit, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, um die Planetaren Grenzen zu respektieren, steht außer Frage. Hierbei ist besonders der Stickstoffkreislauf von größter Besorgnis.

Die Planetaren Grenzen, insbesondere in Bezug auf die Stoffkreisläufe, verdeutlichen, dass wir bereits einen gefährlichen Weg eingeschlagen haben. Die Schäden durch den gestörten Stickstoff- und Phosphorkreislauf könnten langfristig katastrophale Auswirkungen auf unsere Umwelt haben. Es ist daher von höchster Bedeutung, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Kreislauf wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ein erster Schritt zur Lösung dieses Problems ist die Reduzierung des Konsums tierischer Produkte. Individuelle Entscheidungen zur Verringerung des Fleischkonsums sind respektabel, aber kollektiv muss Europa seinen Konsum überdenken. Dies schafft mehr Raum für Kohlenstoffbindung, Biomasseanbau und den Schutz der Biodiversität. Zusätzlich ist es entscheidend, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, indem der Einsatz von synthetischem Pflanzenschutz und Düngemitteln reduziert wird.

Die Sprecher betonen, dass diese Transformation möglich ist, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Sie erfordert jedoch grundlegende Systemveränderungen und eine verstärkte Förderung nachhaltiger Landwirtschaft. Europa, als wohlhabender Kontinent, trägt eine besondere Verantwortung, um als Vorbild für andere Nationen zu dienen. Es ist wichtig, unsere moralische Verantwortung zu erkennen und nicht egoistisch zu handeln.

Die Komplexität unserer Welt verstehen und reduzieren

Die Welt ist zweifellos komplex. Doch wie können wir diese Komplexität besser verstehen und reduzieren? Diese Frage betrifft uns alle, sei es im Alltag oder in der Wissenschaft. Eine gründliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik erfordert es, unterschiedliche Ansätze und Denkweisen zusammenzuführen.

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